Sonderquerschnitte der Reichsautobahn

In der Frühzeit des Autobahnbaus waren für Endstrecken, mit geringer Verkehrsbelastung, sowie aufgrund örtlicher Gegebenheiten, Sonderquerschnitte vorgesehen.

Strecke 13 Blocklandstrecke Bremen-Burgdamm – Oyten

Auf der 26,7 km lange „Zubringerstrecke Lesum – Oyten“ betrug die Kronenbreite 15 m, bestehend aus zwei 4,90 m breiten Fahrbahnen, einem nur 0,40 m breiten „Mittelstreifen“, zwei je 1,00 m breiten befestigten Leitstreifen sowie 2,05 m breiten unbefestigten Randstreifen. Die gesamte Strecke wurde am 27. November 1937 eröffnet.

A 27   75 Jahre Blocklandstrecke

Strecke 18 Lübeck – Travemünde und 18I Eutiner Abzweig

Zwischen dem Ende der Autobahn bei Travemünde und der Anschlußstelle Lübeck wurde eine neun Meter breite Fahrbahn mit drei Fahrstreifen zu je drei Metern errichtet. Der mittlere, farblich abgehobene, Fahrstreifen sollte dabei nur zum Überholen diesen. Im Bereich des „Dreiecks“ war die Autobahn vierstreifig. Die Verkehrsfreigabe von 10,1 Kilometer Reichsautobahn Lübeck – Travemünde erfolgte am 3. Juni 1936, die 1,8 km Stichstrecke in Richtung Eutin am 10. September 1938.
Mit Weiterbau der A 1 nach Norden wurde die Teilstrecke Abzweig – Travemünde aufgegeben und als A 226 größtenteils in anderer Lage neugebaut. Die Stichstrecke in Richtung Eutin ist als zweistreifige L 181 unter Verkehr. Die A-Bauwerke (Unterführungen) sind noch erhalten.

Die letzten Fahrbahndecken der RAB

Strecke 56 Elbing – Königsberg

In Ostpreußen wurde die Reichsautobahn zwischen Elbing (Elbląg) und Königsberg (Kaliningrad / Калинингра́д) zwar für den Regelquerschnitt konzipiert, auch die Erdarbeiten und Überführungen für einen vierstreifigen Ausbau vorgesehen, jedoch zeigten die nur einbahnigen Bauten größerer A-Bauwerke, daß auf lange Zeit hier nur wenig Verkehr erwartet und damit kein vierstreifiger Vollausbau vorgesehen wurde. Zweibahnig wurden nur die Anschlußstellen gebaut. Die Strecke 56 wurde in sechs Teilabschnitten zwischen 1936 und 1938 mit insgesamt 96,6 Kilometern Länge in Betrieb genommen.

Strecke 64 Gleiwitz – Beuthen

Im dicht bebauten oberschlesischen Industriegebiet hatten die Autobahnbauer die anspruchsvolle Aufgabe zwischen bestehenden Verkehrswegen, sowie Gewerbe- und Wohngebäude eine leistungsfähige Straßenverbindung zu bauen. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse orientierte man sich am Querschnitt der Blocklandstrecke. Die Trassierung des am 27. September 1936 für den Verkehr freigegeben knapp 10 Kilometer langen Autobahnabschnittes ist zwischen Gliwice und Bytom bis heute als Droga krajowa 88 weitestgehend erhalten und unter Verkehr.

Strecke 64  Gleiwitz – Beuthen


Strecke 66 Rennstrecke bei Dessau

Auf der Autobahn Berlin – München wurde ein Abschnitt bei Dessau als Rennstrecke gebaut. Zwischen Betriebskilometer 80,4 und 95,0 wurde der Mittelstreifen durchgehend als Fahrbahndecke aus Beton ausgeführt. Diese Länge von 14,6 Kilometern entspricht etwas mehr als 10 Meilen (1km = 1,609344mi) – einer Meßstrecke bei Rekordversuchen von Rennsportfahrzeugen. Um dies zu ermöglichen mußte die vier Überführungen (Stahlbogenbrücken) pfeilerlos errichtet werden. Die Freigabe für den öffentlichen Verkehr erfolgte am 5. November 1938.


Strecke 81 Anschlußstelle Gerstungen

Da klar war, daß während des Kriegs die Talbrücke Richelsdorf bei Gerstungen nicht mehr fertig gestellte werden konnte, entschied sich die Oberste Bauleitung eine besonders ausgebaute Anschlußstelle und eine leistungsfähige Verbindungsstraße zu verwirklichen. Am 1. Juli 1943 wurde diese ungewöhnliche Verbindung bei Betriebskilometer 329,0 für den Verkehr freigegeben. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Beteiligten nicht ahnen, daß wenige Jahre später der Verlauf der Zonengrenze – genau hier – auf fast vier Jahrzehnte den Verkehr unterbrechen sollte.
Nach Wiedereröffnung des „Thüringer Zipfels“ im Juni 1990 rollte auf der Verbindungsstraße der stark zunehmende Ost-West-Verkehr bis zur Verkehrsfreigabe der Weihetalbrücke 1994.

3. Treffen in Gerstungen 11.-12.11.2000

A 4 Grenzöffnung an der Anschlußstelle Gerstungen


Strecke 81 Umfahrung Trenkelhof

Zwischen Eisenach und den Hörselbergen fehlte im Zuge der Reichsautobahn eine Talbrücke. Diese war zwar im Bau, aber auch hier war eine Fertigstellung nicht absehbar. Daher wurde in den frühen 1940er Jahren eine etwa 1,8 Kilometer lange Umfahrung ab Betriebskilometer 265,2 geschaffen. Dies hatte die Breite einer Richtungsfahrbahn und war von 1943 bis 1982 in Betrieb. Der Rückbau erfolgt 2006, die Trasse ist heute nur noch teilweise im Gelände erkennbar.

A 4 Umfahrung Trenkelhof

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